06.12.2017

Unternehmensführung

Baby? So geht das!

Intercoiffure Daniel Schwefel schafft für Unternehmen und schwangere Mitarbeiterinnen eine Win-Win-Situation. Wie, das lesen Sie hier!

Nachwuchs im Team – und alle freuen sich darüber. Foto: Schwefel Friseure

So erfreulich die Tatsache für die werdende Mutter auch ist, für den Friseurunternehmer ist die Nachricht vom kommenden Nachwuchs oft eine Herausforderung. Denn Schwangere sind nicht nur dem anstrengenden Salonalltag nicht mehr so gewachsen, sondern auch häufig mit den Gedanken nicht mehr bei den Kunden. Daniel Schwefel aus Neutrebbin (Oderlandkreis, Brandenburg) ist selbst Vater, kennt also beide Seiten der Medaille, und hat mit seinem eigenen Aus- und Wiedereingliederungskonzept eine Win-Win-Situation für alle geschaffen.  

Viele Fragen
Wird die Nachricht vom ankommenden Nachwuchs bekannt, stellen sich für den Arbeitgeber viele Fragen: Wie soll es ohne die Mitarbeiterin weitergehen? Wer soll so schnell ihre ganzen Kunden übernehmen? Wie lange kann sie noch arbeiten, wann ist ihr letzter Tag? Wann kommt sie wieder? All diese Fragen bleiben erst einmal offen. "Hinzu kommt, dass die Nachahmung unter den Mitarbeiterinnen leider sehr groß ist. Die Schwangerschaft und das Babythema werden zum Dauerbrenner bei den Kunden und Kollegen und sorgen für viel Ablenkung von 'unseren' Themen wie Mode und Trends", weiß Schwefel aus Erfahrung. Seine Lösung: ein Konzept zur Ausgliederung der Schwangeren und Wiedereingliederung der frisch gebackenen Mama.  

Die Lösung
"Sobald die Mitarbeiterin uns informiert hat, geben wir die frohe Botschaft an die Kollegen und Kunden weiter. Dadurch entsteht kein Gerede hinter vorgehaltener Hand", so Daniel Schwefel. Danach wird im gemeinsamen Gespräch der Termin für das Arbeitsverbot vom Chef festgelegt. Wenn alles gut läuft, arbeitet die Kollegin noch weitere acht Wochen im Salon und scheidet am Stichtag mit dem Arbeitsverbot aus. In dieser Zeit werden den Kunden Empfehlungen gegeben, um bei einer Teamkollegin den nächsten Termin zu vereinbaren. "Die offene Kommunikation garantiert unseren Kunden fließende Übergänge und den Führungskräften Planungssicherheit. Kurzfristige Ausfälle wegen Übelkeit gibt es kaum noch", so Schwefels Erkenntnis. In seinem Salon gab es in den letzten sechseinhalb Jahren vier Schwangerschaften im jungen Team. Mit dieser Verfahrensweise wurde Stress vermieden, und es konnte gut geplant werden.  


Langfristig zusammenwachsen
Nach der Elternzeit wollten die Friseurinnen bei Schwefel fast alle in Vollzeit weiterarbeiten. "Wir einigen uns meist auf 30 Stunden für den Anfang und entscheiden gemeinsam nach zwei Monaten, was mit Kind geht oder eben nicht", erklärt Daniel Schwefel. Ein Jahr zuhause war den jungen Müttern schon genug. Insofern mussten Perspektiven geschaffen werden und ein Mitarbeiterentwicklungskonzept. Offenheit und klare Organisationsstruktuen machen den Erfolg aus. "Wir sind ein Familienunternehmen, und als solches ist es unsere Pflicht, beim Thema Schwangerschaft Vorbild zu sein. Wir lieben Kinder!", so der Chef. Das Ziel des Aus- und Wiedereingliederungsplans ist es, alle mit ins Boot zu holen: Mitarbeiter, Team, Chef und Kunden. Dann wird aus dem Unternehmeralptraum eine superspannende Zeit für alle!

Foto: Schwefel Friseure

Die Vorteile auf einen Blick
Für die Mitarbeiterin:
» keine finanziellen Einbußen
» beste Vorbereitung auf das Baby
» keine gesundheitlichen Schädigungen durch starke
   körperliche Belastung

Für den Friseurunternehmer:

» kein kurzfristiger Ausfall
» Planungssicherheit
» keine Terminschwierigkeiten
» keine hohen Lohnnebenkosten
» keine 'Ansteckungsgefahr' durch Gerede
» kein Baby-Thema bei Kunden

Willkommen zurück

Die Wiedereingliederung hat Schwefel in verschiedene Phasen eingeteilt:

1. Woche:
Die Mitarbeiterin hat mit ihrem Baby eine Eingewöhnungsphase von 1 Stunde pro Tag in der Kita. Der Arbeitgeber zahlt die Gebühr für das Kind als 'Gast-Kind' in der Kita, der Preis dafür liegt zwischen 60,- und 150,- € pro Monat.

2. Woche:
Das Kind geht 2-3 Stunden pro Tag in die Kita. Mutter und Kind gewöhnen sich langsam ein. Kinder bekommen meistens die ersten Infekte. In dieser Zeit hat die Mutter noch volle Konzentration auf das Kind und kann es pflegen.

3. Woche:
Ab dieser Woche beginnt die Eingewöhnungsphase in der Kita ohne die Mutter. Diese hat nun Zeit, sich in Ruhe auf die Arbeit vorzubereiten.

4. Woche:
Die Stundenanzahl ohne die Mutter in der Kita beträgt nun 3-4 Stunden pro Tag, also einen Vormittag. Sie kommt nun erstmals zurück in den Salon, allerdings 'nur' zur Wiedereinarbeitung und 'auf Stand' bringen. In dieser Woche bedient sie noch keine eigenen Kunden und kann sich ohne Stress oder Angst vor der Arbeit wieder ins Team einfügen, sich über neue Produkte und Techniken informieren.

5. Woche:
Alle Stunden, die die junge Mutter im Salon ist, werden ihr gutgeschrieben. Diese 'Überstunden' werden im Falle von Krankheit des Kindes wieder abgebummelt. Alles geschieht ohne Druck, wodurch der Mitarbeiterin die Ängste, ob sie Arbeit und Familie unter einen Hut bringen kann, genommen werden.

6. Woche:
In dieser Phase werden die Kinder oft nochmals krank, und die Mama kann zuhause bleiben. Durch die rechtzeitige Vorplanung entstehen für den Arbeitgeber keine Probleme und kein Umsatzverlust.

7. Woche:
Nun soll die Mitarbeiterin erstmals wieder eigene Kunden bedienen. Sie ist insgesamt 4-5 Stunden täglich im Salon und trägt wieder zum Umsatz bei.

8. Woche:
In der letzten Woche ist fast immer eine volle Inte-
gration des Kindes in der Kita und der Mama im Salon geschafft. Die Mutter ist wieder in der Arbeitswelt angekommen, das Kind ist in dieser Zeit gut
versorgt.

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