06.12.2017

Franc Braun

Betriebsübergabe

Wenn Franc Braun in Zukunft ­seine berufliche Arbeitswelt verändert, ist das von langer Hand geplant. Das Vorgehen, das für ­viele Friseur­unternehmer interessant ist, schildert er uns.

Franc Braun hat seine Betriebsübergabe langfristig vorbereitet.

Franc Braun ist in diesem Sommer 52 Jahre alt geworden. Die Frage, wie die Betriebsübergabe seines erfolgreichen Unternehmens 'Braun Der Friseur' – schließlich hat er einen Salon aufgebaut, der mit über 40 Mitarbeitern zu einem der größten Einzelgeschäfte Deutschlands gehört – sinnvoll erfolgen kann, stellte er sich bereits im Alter von 40 Jahren. Die gleiche Herausforderung betrifft derzeit viele Unternehmer.
Den Prozess, den Braun bereits vor zehn Jahren mit ersten Schritten begonnen hat, offenbart er und unterstützt auch im Rahmen seiner Unternehmensberatung Friseurkollegen, die ebenfalls Alternativen zu einem endgültigem Verkauf ihres Salons suchen.
Nicht der Ruhestand war für Franc Braun das Ziel seiner Überlegungen, sondern die Verantwortung schrittweise an langjährige loyale Mitarbeiter zu übergeben. Zum einen, um diesen Mitarbeitern eine wirkliche Perspektive in ihrem Beruf zu bieten. Zum anderen, um den Fortbestand des Unternehmens zu sichern.
Und – last but not least – um seinem persönlichen Arbeitsalltag eine neue Richtung zu geben. Nicht mehr alleine die Verantwortung für sein großes Team tragen zu müssen und damit mehr Zeit für seine Unternehmensberatung zu haben, die er in den letzten Jahren erfolgreich aufgebaut hat. "Ich werde dann zunehmend Unternehmen beraten – eine Tätigkeit, die ich bereits seit einigen Jahren aufgrund des begrenzten Zeitfensters eingeschränkt ausübe und dann ausbauen kann. Außerdem werde ich weiterhin administrative Dinge für die Geschäftspartner übernehmen. Damit bleibe ich gleichzeitig selber nah am Geschehen im Salon und profitiere davon für meine Unternehmensberatung," erklärt er.

Franc Braun mit den Mitarbeitern, die er als
Partner ins Boot geholt hat und die seinen Betrieb weiterführen.

Wie kommt man dahin?
Die Grundlage für die schrittweise Betriebsübergabe wurde mit der Gründung einer GmbH vor zehn Jahren gelegt. Am notwendigen Anfangskapital beteiligte sich Top-Mitarbeiterin Barbara Heinz aus vorab im Betrieb angesparten Mitteln und übernahm damit die ersten Anteile an der GmbH. Salonbetrieb und Salonausstattung waren nun voneinander getrennt.
In den nachfolgenden Jahren kauften zwei weitere Top-Mitarbeiter, Dirk Pentleit und Michael Lufen, Anteile für einen noch immer sehr geringen Preis von Barbara Heinz ab. Franc Braun war noch Mehrheitsgesellschafter. Jetzt wird es spannend, denn wie konnten die Anteilseigner das Geld aufbringen, um 2016 Franc Braun weitere Anteile abzukaufen? Die Lösung: Die Gewinne aus den jeweiligen Anteilen wurden den neuen Anteilseignern im Unternehmen zweckgebunden angespart und ein noch fehlender Teil mit zukünftigen Gewinnen verrechnet. Somit brauchte keiner der Anteilseigner externes Fremdkapital aufzunehmen. Im Jahr 2016 wurden die Mehrheitsverhältnisse wiederum verändert – und Franc Braun wurde Minderheitsgesellschafter. Gleichzeitig stieg als vierter Top-Mitarbeiter Matthias Kabbe mit ein. Der zugrundegelegte Verkaufspreis wurde von einer renommierten Unternehmensberatung bzw. Bewertungsfirma ermittelt.
In wenigen Jahren wird der zuletzt eingestiegene Partner zusammen mit den drei vorherigen Anteilseignern die Anteile von Franc Braun übernehmen. Dieser Kaufpreis wurde bereits jetzt notariell festgeschrieben, da Braun Der Friseur glücklicherweise immer noch kontinuierlich steigende Umsätze und Gewinne erzielt.
Das Geschäftsmodell hat Franc Braun selbst entwickelt, und es wurde seines Wissens so in der Friseurbranche noch nicht eingesetzt.


Die Voraussetzungen
1.   Eine lange Vorlaufzeit. "Fangen Sie früh genug damit an, die Sache dauert. Aber wenn man es richtig macht, entwickeln sich für alle Beteiligten gute Perspektiven," rät Braun. 

2.   Die Identifikation der Geschäftspartner mit dem Unternehmen, ihre Loyalität und ihr über das normale Maß hinausgehende Engagement als nunmehr 'Selbstständige' ist Grundvoraussetzung. 

3.   Nicht funktionieren wird der Prozess, wenn ein vorher nicht erfolgreiches Unternehmen durch Verkauf von Anteilen saniert werden soll. Wo keine Gewinne erzielt werden, können auch keine angespart werden, um den Anteilsverkauf aus dem Unternehmen heraus zu finanzieren. "Auch sollte man als Unternehmer nicht zu gierig denken, sondern andere am Erfolg partizipieren lassen", so Braun.

Warum geht er diesen ungewöhnlichen Weg? Dazu erklärt er: "Der Verkaufspreis für den Salonbetrieb war nicht so entscheidend. Die Steuer hat sowieso die Hälfte geschluckt. Aber ich wollte, wie gesagt, den Mitarbeitern eine Perspektive bieten, das Unternehmen an langjährige Mitarbeiter übergeben, die wissen, wie Braun Der Friseur tickt und den Fortbestand für die Zukunft sichern. Gleichzeitig möchte ich mir einen neuen Zeitrahmen schaffen, um mich auf meine Unternehmensberatung zu fokussieren.“

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