03.06.2016

Technik

Kostenloses WLAN für Salonkunden

Als Serviceidee bietet es sich an, Kunden kostenloses WLAN zur Verfügung zu stellen. Dabei gilt es jedoch, einige technische und juristische Fallstricke zu vermeiden.

Mit Routern lassen sich WLAN-Gastzugänge einrichten.

Möchten Sie etwas lesen? – Vermutlich haben auch Sie schon erlebt, dass Kunden dankend auf das angebotene Lesezirkel-Magazin verzichten und sich stattdessen in ihr Smartphone vertiefen. Je nach räumlicher Situation ist der zum Surfen oder Mailen erforderliche Mobilfunkempfang jedoch oft schwierig. In solchen Fällen würden es Ihre Kunden sicher schätzen, wenn Sie ihnen für die Wartezeit einen kostenlosen Internet-Zugang per WLAN anbieten.
Mit Aufstellern oder Plakaten können Sie auf diesen Service aufmerksam machen und sich auf diese Weise als besonders innovativ präsentieren. Der Hinweis sollte den Namen des angebotenen Funknetzes und ggf. erforderliche Schritte zur Anmeldung nennen – etwa ein evtl. eingerichtetes WLAN-Passwort.
Allerdings birgt diese gute und technisch leicht umzusetzende Idee auch Fallstricke: Da der WLAN-Zugang in der Regel den Internetanschluss mitnutzt, an dem Bürorechner und vielleicht sogar das Kassensystem betrieben werden, muss das Kundennetz von den anderen Systemen isoliert werden. Sonst könnten computeraffine Kunden in Daten stöbern, die sie nichts angehen.
Darüber hinaus stellen sich auch haftungsrechtliche Fragen: Die sog. 'Störerhaftung' zieht den Betreiber eines Internetanschlusses zur Verantwortung heran, wenn Dritte darüber illegale Angebote abrufen oder gar ins Netz einstellen, sich im Nachhinein aber nicht mehr identifizieren lassen. Und kritische Inhalte sind leider zahlreich – etwa Raubkopien, illegale Pornographie oder politisch radikale Webseiten.

Über die Konfigurationen lassen sich zum Beispiel bestimmte Seiten sperren oder nur Surfen und Mailen erlauben.

Problemlösung durch Gastzugang
Erfreulicherweise haben sich Anbieter von Internet-Zugangsgeräten ('Routern') über diese Problematik Gedanken gemacht. An erster Stelle zu nennen ist dabei der deutsche Router-Marktführer, die Berliner Firma AVM. Ihre 'Fritzboxen' werden von vielen Internetanbietern wie 1 & 1, Unitymedia oder Vodafone zum DSL- oder Kabelanschluss mitgeliefert – oder sie sind in Elek-tromärkten bzw. über Online-Versender erhältlich. Ähnliche, wenn auch etwas simpler gehaltene Funktionen bieten auch Geräte von Anbietern wie der Deutschen Telekom, TP-Link oder Netgear.
Die Lösung für die geschilderten Probleme ist der von solchen Routern bereitgestellte 'WLAN-Gastzugang'. Ein separates Funknetz für die Kunden bleibt durch eine Firewall von Ihren Bürosystemen getrennt. Überdies lässt sich der Gastzugang beispielsweise in den Fritzboxen so konfigurieren, dass sich darüber nur bestimmte Internet-Angebote wie E-Mail und Web nutzen lassen. Problematische Funktionen wie der Zugriff auf urheberrechtlich geschützte Musik und Filme über sog. Filesharing-Börsen werden unterbunden.
Und die Berliner haben an weitere Details gedacht: So zeigen die AVM-Geräte bei der WLAN-Anmeldung eine Vorschaltseite, auf der der Nutzer bestätigen muss, dass er sich an die geltenden Gesetze hält. Zusätzlich lassen sich fürs Websurfen Inhaltsfilter aktivieren. Sie wurden eigentlich für den Kinder- und Jugendschutz entwickelt, dienen aber ebenso der Absicherung gegen Haftungsansprüche. Dazu ist im Router eine Liste hinterlegt, auf der illegale Adressen vermerkt sind. Diese lassen sich dann nicht mehr aufrufen. Den Inhalt dieser Sperrliste stellt die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien zur Verfügung. Sie bleibt allerdings unsichtbar und wird nur im Hintergrund berücksichtigt – um nicht auch noch auf die fragwürdigen Fundstellen aufmerksam zu machen.

Noch mehr nützliche Details
Neben den Filtern bieten die Geräte noch weitere praxisgerechte Funktionen. So lässt sich die Verfügbarkeit des Gastzugangs zum Beispiel auf die Öffnungszeiten des Salons beschränken. Sinnvoll ist es außerdem, auch das WLAN-Gastnetz mit einem Passwort zu schützen, damit es wirklich nur Ihre Kunden und nicht etwa Passanten oder Nachbarn des Salons nutzen können.
Die Konfiguration ist für durchschnittlich technisch begabte Anwender kein Hexenwerk. Die Checklisten zeigen noch einmal auf einen Blick, was Sie dabei in puncto Technik und Haftung beachten sollten.

Andreas Weise

 

Checklisten

Technische Absicherung
» Eine Firewall-Funktion muss das Gast-WLAN von den Rechnern und Netzwerk-Ressourcen des Salons isolieren. Größere Betriebe können auch überlegen, ob sie für das Kundennetz einen separaten Internet-Anschluss buchen (Kosten ab ca. 25,- € / Monat).
» Vergeben Sie für das Gast-WLAN ein Passwort, und machen Sie dieses sowie den Netzwerk-Namen über Aufsteller oder ein Plakat bekannt.
» Als zusätzliche Absicherung empfiehlt es sich, den Zugang zeitlich zu begrenzen – etwa auf die Öffnungszeiten Ihres Salons.


Rechtliche Absicherung

» Der Kunde sollte auf einer Vorschaltseite bestätigen, dass er sich beim Surfen an die geltende Rechtslage hält.
» Mit Filtern sollten problematische Funktionen wie der Zugriff auf Filesharing-Börsen unterdrückt werden. Für die Wartezeit im Salon sollten den meisten Kunden die Funktionen E-Mail und Web genügen.
» Ein zusätzlicher Inhaltsfilter ('Blacklist') sorgt dafür, dass nur juristisch unproblematische Web-Inhalte abgerufen werden können.

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