25.01.2012
Menopause
Zeit für einen Wechsel
Dabei fällt der Östrogenspiegel im weiblichen Körper stark ab, weil die Eierstöcke dieses Hormon nur noch in geringem Maße bilden. Das äußert sich vor allem in Schwankungen beim Menstruationszyklus. Bei manchen Frauen wird die Blutung stärker, bei manchen schwächer; die Abstände zwischen den ‘Tagen’ beginnen ebenfalls zu variieren; mal kürzer, mal länger bis die Regelblutung schließlich ganz ausbleibt. Als Menopause bezeichnet man die letzte vom Körper selbst gesteuerte (= ovarielle) Menstruation. Mit dem Ausbleiben der Blutung ist die fruchtbare Zeit im Leben einer Frau beendet.
Für die meisten Frauen beginnt das Klimakterium zwischen Mitte 40 und Mitte 50. Der Vorrat an befruchtungsfähigen Eiern, der bereits im Säugling angelegt war, neigt sich dem Ende zu. Die Eierstöcke können kein Ei mehr heranreifen lassen; in Verbindung dazu fällt der Östrogenspiegel - zum Teil drastisch - ab. Mit etwa 58 Jahren ist mit dem Spuk dann Schluss und die Wechseljahre sind abgeschlossen.
Begleitende Beschwerden
Zu den klassischen und häufigsten Begleiterscheinungen des Klimakteriums gehören Hitzewallungen, die überraschend den Körper heimsuchen. In kürzester Zeit sind die betroffenen Frauen schweißüberströmt; manche müssen nachts mehrfach die Bettwäsche wechseln, um überhaupt Ruhe zu finden.
Manche Frauen klagen über ein Nachlassen der Libido sowie über Scheidentrockenheit, was wiederum zu Schmerzen beim Geschlechtsverkehr führen kann. Andere leiden - zum Teil auch auf Grund der durchwachten Nächte - unter starken Stimmungsschwankungen bis hin zu Depressionen, Nervosität und Konzentrationsschwäche. Vermehrter Haarausfall auf dem Kopf und dafür mehr Haare im Gesicht gehören zu den negativen Auswirkungen der Wechseljahre genauso wie unerklärliche Gewichtszunahme.
Aber diese Zeit bringt auch positive Aspekte mit sich, die man als betroffene Frau entsprechend würdigen sollte.
Die Vorteile genießen
Viele Frauen sehen in den Wechseljahren ein enormes Potenzial für sich selbst. Sie sagen sich: ”Das ist nicht der Anfang vom Ende, sondern der Beginn von etwas Neuem.” Man hat nicht mehr alle vier Wochen unter Menstruationsbeschwerden und den einhergehenden Stimmungsschwankungen zu leiden. Man kann Sex - vielleicht mit einem neuen Partner - genießen, ohne stets an Verhütung zu denken. Viele Frauen ziehen auch Resümee über ihr bisheriges Leben und starten nochmal so richtig durch: Es geht die Karriereleiter aufwärts oder der langgehegte Wunsch nach Selbstständigkeit wird endlich in die Tat umgesetzt, nachdem die Kinder auf eigenen Beinen stehen.
Wer diese Chancen nutzt, hat meist auch weniger mit Beschwerden zu tun. Eine positive Einstellung zu den körperlichen Veränderungen kann so die Wechseljahre besser überstehen helfen.
Was hilft?
Lange Jahre wurden die meisten Frauen via Hormonersatztherapie durch das Klimakterium geführt; selbst die, die eigentlich kaum Beschwerden verzeichneten. Mittlerweile hat sich herausgestellt, dass dieser Ansatz nicht unerhebliche gesundheitliche Risiken birgt. Im Mittelpunkt stehen deshalb natürliche Methoden, um den Stress der Wechseljahre halbwegs entspannt zu überstehen.
Gegen Hitzewallungen helfen beispielsweise regelmäßige Saunagänge, die den Stoffwechsel auf Trab halten. Wer bisher große Mengen an Kaffee über den Tag konsumiert hat, sollte hier ein wenig kürzer treten; auch diese Maßnahme kann die Schweißausbrüche positiv beeinflussen.
Wer vor allem nachts unter Hitzewallungen leidet, sollte sich nicht resignierend seinem Schicksal ergeben. Stattdessen lieber aufstehen und die Zeit mit anderen Dingen sinnvoll nutzen. Vielleicht wollte man ja schon lange das eingestaubte Schulenglisch wieder auf Vordermann bringen oder den dicken Wälzer auf dem Nachttisch in Angriff nehmen. Jetzt ist die passende Zeit dafür!
Auch im Klimakterium sollte man mit körperlicher Bewegung nicht nachlassen. Gymnastik, Schwimmen oder Laufen wirken Osteoporose entgegen und sorgen dafür, dass die Figur nicht zu sehr ‘entgleist’ und das Herz-Kreislauf-System gesund bleibt. Entspannungstechniken wie Yoga sorgen für die nötige Gelassenheit, wenn es mal wieder ‘heiß’ hergehen sollte.
Nichtsdestotrotz gibt es bei hartnäckigen und starken Wechseljahresbeschwerden die Möglichkeit der Hormonersatztherapie. Nach Rücksprache mit dem Facharzt und eingehender Diskussion der Vor- und Nachteile können Frauen auf verschiedene Präparate zurückgreifen, die eine Linderung der Beschwerden bewirken. Die Produkte gibt es in verschiedenen Darreichungsformen wie Pflaster, Creme oder Gel, und sie sollten auf das persönlich bevorzugte Nutzungsverhalten der Patientin abgestimmt werden.
Ziel der Hormonersatztherapie ist es, die Menge an Hormonen, die zu einer Linderung der Symptome beiträgt, so gering wie möglich zu halten. Bei einer regelmäßigen Überprüfung sollten Arzt und Patientin stets aufs Neue darüber entscheiden, ob die Therapie noch weitergeführt werden soll. Im Kombination mit den bereits genannten natürlichen Methoden lässt sich so für die betroffenen Frauen meist ein befriedigendes Ergebnis im Umgang mit den Wechseljahren erzielen.
Susanne Schmidt
Termine
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