18.01.2018

ZV

Berufsbildung im Fokus

Rund 100 Obermeister, Verbands- und Industrievertreter beschäftigten sich vom 13.-15.01. beim Obermeister-Jahresauftakt-Seminar in Darmstadt mit Berufsbildung.

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Die Weichen der Zukunft durch intensive, zum Teil auch kontroverse Diskussion gemeinsam stellen – das war die Zielsetzung des Zentralverbands des Deutschen Friseurhandwerks (ZV) für das 25. Obermeister-Jahresauftakt-Seminar. Damit verbunden waren vor allem das große Thema Nachwuchsgewinnung sowie die Tarif- und Sozialpolitik, doch auch die Modernisierung des Handwerks, eng verknüpft mit der Digitalisierung, und sogar private Ausbildungskonzepte nahmen Raum ein.
Nach der Begrüßung durch ZV-Präsident Harald Esser und die Vorstellung der neuen Obermeister – darunter eine auffallend große Zahl an Frauen –  eröffnete die ZV-Referentin für Berufsbildung und Organisation, Laura Meschede-Pütz, den Vortragsreigen mit dem Thema 'Karrierewege im Friseurhandwerk'. Sie erläuterte, wie Azubis der 'Digital First' Generation Z erreicht, gewonnen und gehalten werden können. Auch der neue Bachelorstudiengang 'Beauty-Management B.A.' wurde thematisiert: "Dieser schließt die Akademisierungslücke und ist einzigartig im deutschen Handwerk", so Meschede-Pütz. Der Studiengang stoße auf großes Interesse, sodass man damit rechne, im Frühjahr mit dem ersten Semester starten zu können.
Katrin Rasch, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Forschungsinstituts für Berufsbildung im Handwerk (FBH), zeigte auf, welche theoretischen Anstrengungen es kostet, die Änderungen der Meisterprüfungsordnung so zu konzipieren, dass sie der bürokratischen Prüfung standhalten. Der neue Strukturentwurf sieht vor, sich stärker an der beruflichen Praxis zu orientieren und die Gewerbetypen des Handwerks deutlicher zu unterscheiden.


Generation Z

Die Präsidentin der Lehrer im Berufsfeld Körperpflege, Alexandra Masuck, erfrischte die Obermeister mit ihrem lebendigen Vortrag 'Berufsschule 2030'. Sie zeigte, wie die Generation Z zum Lernen bewegt werden kann und wo ihre Interessen und Stärken liegen.
Das 'Rettungsboot Private Ausbildung' stellte Axel Meininghaus, Inhaber der gleichnamigen Akademie für Friseure, vor. Sein Ausbildungskonzept, das Hand in Hand mit der dualen Ausbildung geht, da die Azubi-Kurse vor dem eigentlichen Ausbildungsbeginn liegen, appellierte: "Lehrlinge wollen rein ins pralle Friseurleben. Lasst sie nicht erst im dritten Lehrjahr Haare schneiden. Und bringt die jungen Leute auf die Bühne, wo sie Lob für ihre Leistungen bekommen. Dann werden sie mit Begeisterung dabei sein!"
In der anschließenden Diskussion wurde eine breite Themenpalette besprochen: von der Möglichkeit der Förderung von Ausbildungsbetrieben über eine inhaltliche Anpassung der Gesellenprüfung bis hin zur Bevorteilung der Salons, die unter der umsatzsteuerpflichtigen 17.500,- € Grenze liegen.


Neue Gesellen- & Meisterprüfung
Mit der spannenden Frage 'Quo Vadis Friseurhandwerk' startete Robert Fuhs, ZV-Vorstandsmitglied und Vorsitzender des Ausschusses für Berufsbildung, in den zweiten Kongresstag. "Die duale Ausbildung ist ein Garant für eine geringe Jugendarbeitslosigkeit. Aber: Eine Erneuerung ist ein Muss", so Fuhs in seinem weitsichtigen Vortrag. Zu seinen konkreten Änderungsvorschlägen gehört u. a., in der Gesellenprüfung das Thema 'Dauerhafte Umformung' zu modernisieren, die Beratung auch zu Allergien aufzunehmen und sowohl die Wahlqualifikationen als auch die Lernfelder an die neuen Ansprüche anzupassen. "Ich denke, dass wir noch in diesem Jahr eine Umstellung der Ausbildungsordnung erreichen", so Fuhs. Auch die laufende Neuordnung der Meisterprüfung in Zusammenarbeit mit dem FBH war sein Thema. Der fertige Entwurf soll mit der Basis und in den Gremien ausführlich diskutiert werden.
Zum Thema 'Berufsbildungspolitische Schwerpunkte des Gesamthandwerks auf Bundesebene' referierte Dr. Mirko Pollmer vom Zentralverband des Deutschen Handwerks. Er besprach, wie Bildung in der digitalen Welt aussehen kann und wie derzeit Flüchtlinge erfolgreich in die Handwerksausbildung integriert werden.
Jan Laan, Vice President Pivot Point International, und Cheftrainer Jens Hagenmüller zeigten in ihrem Vortrag 'Die Zukunft ist digital', wie sich mit Augmented Reality, Apps und dem digitalen interaktiven Schulungsprogramm 'LAB' neue Wege des Lehrens und Lernens auftun. Laans These: "Online-Spiele werden pädagogisch unterschätzt. Jugendliche geben ihre Challenges nicht auf, sondern werden motiviert." Gleichzeitig werde die Grenze zwischen Lernen und Spaß abgebaut. Hauptgeschäftsführer Jörg Müller stellte in Aussicht, im Zuge der Ausbildungsreform und der Einführung digitaler Lernmethoden eng mit Pivot Point International und dem 'LAB' zusammenarbeiten zu wollen.

Das erfolgreiche Obermeister-Jahresauftakt-Seminar machte deutlich: Der Zentralverband arbeitet gemeinsam mit der ehrenamtlichen Basis intensiv daran, das Friseurhandwerk zukunftssicher aufzustellen. Dabei steht man auch tiefgreifenden Veränderungen offen gegenüber. Ganz nach Harald Essers Motto: "Lasst uns miteinander sprechen, nicht übereinander. Dann kommen wir gemeinsam weiter."

Daniela Hamburger

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