16.12.2011
Salon Leni Kolb
Im zweiten Leben würde sie wieder Friseurin werden
Und das nicht nur auf dem Papier. Nachdem es die Münchnerin, die am 1. September 1947 im Ismaninger Salon Nägele ihrer Lehre begonnen hatte, 1951 einer angebotenen Urlaubsvertretung wegen nach Schwandorf verschlug, ist die oberpfälzische, heute rund 32.000 Einwohner zählende Stadt in 60 Jahren ihre eigentliche Heimat geworden. Dort, am Bahnhofsplatz 6, eröffnete sie 1965 ihren eigenen 'Salon Leni Kolb'. Tag für Tag stand und steht die heute 79-Jährige dort am Stuhl. Seit 46 Jahren!
Ruhestand nach 46 Jahren
Am 31. Dezember dieses Jahres soll damit Schluss sein. Die Friseurmeisterin aus Leidenschaft, die in den letzten Jahren immer öfter mal der Rücken plagte oder vom Kreislauf außer Gefecht gesetzt war, erlaubt sich endlich den Ruhestand. An dieser Entscheidung beteiligt ist nicht zuletzt Tochter und Mitarbeiterin Gisela Strauss, die ebenfalls bereits die Altersgrenze erreicht hat, um die herum man sich Muße gönnen kann, ohne Neid zu erregen. Alles andere aber soll so bleiben, wie es war: der gut gehende 80 qm große Salon, die vielen treuen Kunden, die ganze neunköpfige fröhliche Mannschaft, die traditionell weiblich ist, die ansteckende Begeisterung für den Friseurberuf. Und die Treue zu den Professionellen Produkten von L´Oréal sowie zu Kérastase. Das, sagt die Noch-Chefin bestimmt, sei im Übergabevertrag extra festgehalten.
Fachlich gefordert und menschlich gefördert
Die Dame Leni Kolb übergibt, wie man das nennt, ein gemachtes Haus. 48 Azubis hat sie bestens ausgebildet, zahllose Gesellinnen engagiert fortgebildet. Neun Meisterinnen sind daraus hervorgegangen. Auch die Nachfolgerin Silvia Korn-Luber ist eine von ihnen. Von der 'Tante Leni' fast wie ein eigenes Kind auf- und in die Lehre genommen, gefördert und gefordert, verdankt sie ihr viel - Fachliches und Menschliches. "Dass wir hier so mit Herz arbeiten, dass wir und unsere Kunden eine wunderbare große Familie geworden sind, dass unter uns 'Weibern' so etwas wie ein 'Zickenkrieg' undenkbar wäre - das ist allein ihr zu verdanken, unserer Chefin!"
Ein Gutteil Wehmut
Ein Gutteil Wehmut ist Magdalena Kolb trotz aller Erleichterung über die verdiente Befreiung von der jahrzehntelangen Bürde der Verantwortung schon anzumerken. Denn, das wissen alle Beteiligten, das Loslassen nach so vielen Jahren gelingt alles andere als leicht. Doch der Stolz auf das Erreichte überwiegt. Sie würde, falls es das gäbe, "auch in einem zweiten Leben wieder Friseurin werden" - und alles wieder so machen wie getan. Wer kann das von seinem 'Lebenswerk' schon uneingeschränkt sagen!
Geplante Neuerungen sollen Klima nicht gefährden
Silvia Korn-Luber, die am 1. Januar Kommando und Verantwortung im Frisiersalon Leni Kolb übernimmt, muss, gefragt danach, was sie denn zu ändern vorhabe, erst nachdenken. "Natürlich müssen wir mit der Zeit gehen, tun das ja schon seit einigen Jahren. Wir haben neue, junge Mitarbeiterinnen, die auch die Sprache der jungen Schwandorfer sprechen. Wir bieten außer den klassischen Friseurdienstleistungen schon lange auch kosmetische Behandlungen und einen Make-up Service an. Beim Marketing und in Sachen Internet-Auftritt - bisher nur zusammen mit unserer Innung - sind weitere Schritte denkbar und auch geplant." Den Salon zu modernisieren, ja das werde irgendwann schon mal notwendig sein, wenn auch einfühlsam und Schritt für Schritt. "Was wir auf keinen Fall gefährden werden", so Leni Kolbs Mitarbeiterin seit 1977, "ist die Freundlichkeit und Herzlichkeit in unserem Salon! Unsere Kunden lieben das und kommen ja vor allem und gerade deshalb zu uns!" Dass L´Oréal mit seinen Produkten Partner bleibt, dafür, so betont Silvia Korn-Luber lachend, hätte es der Vertragsklausel nicht bedurft. "Die Marken begleiten mich selbst seit 34 Jahren. Wir alle arbeiten begeistert und erfolgreich damit. Wir leben doch L´Oréal!"
Termine
29. - 31. Mai 2012
CAT/CMC Festival Mondial 'World Cup'
09. Juni 2012
21. Intercoiffure World Congress
16. - 18. Juni 2012
Mitgliederversammlung des Zentralverbands
