08.01.2018

Zentralverband

ZV wehrt sich gegen die Tagesthemen

Die Tagesthemen der ARD nahmen kürzlich das Friseurhandwerk als Negativbeispiel für eine Ausbildung im Handwerk aufs Korn. Hier lesen Sie die Antwort des Zentralverbands.

Das neue Jahr hätte für das Friseurhandwerk besser anfangen können. In dem  Beitrag der Tagesthemen 'Forderungen nach einer Mindestvergütung für Auszubildende' wurde die gesamte Schönheitsbranche, allen voran das Friseurhandwerk, in einem schlechten Licht dargestellt. Der Aufhänger waren die angeblich niedrigen Ausbildungsvergütungen in Sachsen-Anhalt.

Der Zentralverband kritisert, die Berichterstattung fuße nicht auf einer soliden Recherche, da der Beitrag lediglich auf Informationen der Gewerkschaft Verdi und auf einer über 20 Jahre alten Vereinbarung, die aktuell keine tarifliche Nachwirkung hat, basiert. Anchorman Ingo Zamperoni bediene mit seiner unreflektierten Berichterstattung landläufige Vorurteile, so der Zentralverband.

"Gerade von einer öffentlich-rechtlichen Nachrichtensendung erwarten wir eine faire Recherche und die Chance zur Stellungnahme", empört sich ZV-Hauptgeschäftsführer Jörg Müller. Der Zentralverband reagierte mit einem Brief an die Tagesthemen, von dessen Antwort die weiteren Schritte abhängen sollen. Im Folgenden finden Sie den Brief:

Sehr geehrter Herr Zamperoni,
Sehr geehrte Damen und Herren,

mit großer Aufmerksamkeit haben wir Ihren gestrigen Beitrag zu 'Forderungen nach einer Mindestvergütung für Auszubildende' verfolgt.

Das Friseurhandwerk wurde darin zu Unrecht als Negativbeispiel für eine Ausbildung im Handwerk dargestellt.

Ausgangspunkt für diesen Beitrag waren allein Informationen der Gewerkschaft Verdi und eine über 20 Jahre alte Vereinbarung, die aktuell keine tarifliche Nachwirkung hat.

Wir hätten uns an dieser Stelle sehr gewünscht, wenn Sie uns in Ihre Recherche einbezogen hätten. So hat Ihr Beitrag nicht nur einen falschen, aber durchaus öffentlichkeitswirksamen, Ausgangspunkt genommen, sondern auch das Ansehen eines Handwerks mit 80.000 Betrieben, über 200.000 Beschäftigten und circa 25.000 Auszubildenden schwer beschädigt.

Hätten Sie bei uns einmal nachgefragt, wären Sie über berufliche Aufstiegsförderungen, einen betriebswirtschaftlichen Bachelorstudiengang 'Beauty Management' und über die mit anderen Ausbildungsberufen durchaus vergleichbaren Ausbildungsvergütungen informiert worden. In NRW sind es so zum Beispiel 2018 nicht 480,- €, sondern 510,- € im ersten Lehrjahr. Ähnlich ist die Entwicklung in fast allen anderen Tarifgebieten.

Das Friseurhandwerk setzt sich gemeinsam mit seinem Sozialpartner Verdi nicht nur für einen neuen Branchenmindestlohn ein, sondern will auch die Ausbildungsvergütung bundesweit deutlich verbessern - natürlich auch für die rund 200 neuen Auszubildenden in Sachsen-Anhalt.

Die Vorstellungen der Innungsfriseure liegen dabei vielerorts klar über denen von Verdi.

Das Fehlen einer wirksamen Vergütungsregelung für Auszubildende in unserem Handwerk liegt also nicht, wie im Bericht behauptet, an nur einer Seite. Vielmehr hat Verdi in der Vergangenheit ausschließlich auf eine bundeseinheitliche Regelung gesetzt und damit die gesetzlich zuständigen Landesverbände unseres Handwerks ignoriert.

Diese Position hat sich in den letzten Monaten verändert. Auch deshalb konnten wir die Ausbildungsvergütungen gemeinsam nachhaltig verbessern.

Im Februar werden nun endlich auch Gespräche zu einem neuen Mindestentgelttarifvertrag geführt.

Spätestens dann würden wir uns über eine fair recherchierte Berichterstattung freuen.

Mit freundlichen Grüßen,
Zentralverband des deutschen Friseurhandwerks

 

 

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