18.02.2010

Was tun gegen die unerwünschten Krabbler?

Achtung: Läuse-Alarm

Wer viel Haare wäscht, ist nicht besser gegen Läuse gefeit, sondern hält damit nur die Läuse sauber. Als Friseur sollte man über das Thema informiert sein.

Klaus Eppele - www.fotolia.com

Wenn Sie als Friseur auf Kunden mit Kopflausbefall treffen, sollten Sie die Person darauf hinweisen und auf keinen Fall eine Behandlung beginnen. Erst wenn die Pedikulose, so der Fachbegriff, entsprechend behandelt wurde und keine Läuse, Larven und Nissen mehr vorhanden sind, sollte ein neuer Termin im Salon vergeben werden. Anhand des folgenden ‘Grundlagenwissens’ können Sie Ihre Kunden aber über das weitere Vorgehen zuhause informieren.

Kopfläuse erkennen

Kopfläuse tauchen in schöner Regelmäßigkeit vor allem in Betreuungseinrichtungen für Kinder und Jugendliche auf. Kindertagesstätten und Schulen sind deshalb betroffen, weil Kinder beim Spielen und Arbeiten häufig die Köpfe zusammenstecken und die kleinen Insekten so Gelegenheit haben, sich ein neues Revier zu suchen. Entgegen landläufiger Meinungen können Läuse weder fliegen noch springen. Sie sind aber behende Krabb­ler und können so schnell von einem Kopf auf den anderen gelangen.
Manchmal kann es Wochen oder gar Monate dauern, bis eine Pedikulose festgestellt wird. Läuse-unerfahrene Mütter und Väter tun sich beim ersten Mal schwer, die Blutsauger auf dem Kopf ihres Kindes zu entdecken. Man weiß zwar so ungefähr, wonach man sucht, aber nicht genau, wie das Gesuchte zu erkennen ist. Häufig wird ein (erstmaliger) Lausbefall erst erkannt, wenn beim Haarekämmen ein oder zwei der Tierchen herausfallen - und dann ist das Treiben auf dem Kopf schon in vollem Gange.
Meist (aber nicht immer!) macht sich eine Pedikulose durch starken Juckreiz bemerkbar. Der entsteht durch den Speichel, den die Läuse bei jeder ihrer Blutmahlzeiten in die Kopfhaut spritzen. Läuse sind im Prinzip nicht gefährlich, denn sie übertragen keine Krankheiten, und man kann sie sich auch nicht bei Haustieren holen. Trotzdem hat sicherlich jeder Interesse, die unliebsamen Biester schnell wieder loszuwerden.
Sobald Eltern also von Kindergarten, Schule oder Freunden über Kopfläuse informiert werden, ist eine sofortige Kontrolle nötig. Dazu sollte man mit einem Kamm strähnchenweise durch das Haar gehen. Allerdings sind nur ausgewachsene Läuse gut erkennbar. Sie sind ungefähr 3 mm groß (entspricht etwa der Größe eines Sesamkornes) und gräulich gefärbt (nach einer Blutmahlzeit erscheinen sie rötlich).
Schwieriger wird es bei den Larven, also den jungen Läusen. Sie sind etwas kleiner und mit bloßem Auge fast nicht mehr zu erkennen. Hier hilft eine Lupe weiter. Larven sind noch nicht geschlechtsreif und können ‘ihren’ Kopf noch nicht verlassen. Als drittes sollte man auf Nissen, also die Eier der Läuse, achten. Entwicklungsfähige Nissen sind gelblich bis bräunlich. Leere Nissen schimmern weiß. Am besten sind Nissen an den Schläfen, hinter den Ohren und im Nacken erkennbar.
Um einen Lausbefall sicher festzustellen, hat sich die Methode ‘Pflegespülung & Nissenkamm’ bewährt. Dazu werden die Haare angefeuchtet und eine Haarpflegespülung aufgetragen. Diese erleichtert das Durchkämmen und hindert die Läuse am ‘Entkommen’. Dann wird der Nissenkamm Strähne für Strähne vom Haar­ansatz bis zu den Spitzen durchgezogen. Anschließend den Kamm auf einem Küchenpapier oder hellen Tuch ausstreichen. Sollten Läuse, Larven oder Nissen vorhanden sein, sind diese dann auf dem Papier zu erkennen.

netzfrisch.de - www.fotolia.com

Konsequente Behandlung

Wenn ein Kopflausbefall festgestellt wurde, ist schnelles Handeln angesagt. Bewährt hat sich eine kombinierte Behandlung mit einem zugelassenen Mittel (zweimal) und dem sorgfältigen Auskämmen mit Nissenkamm und Haarspülung (alle vier Tage, wie oben beschrieben). Wichtig ist eine konsequente Durchführung der Behandlung, denn dann ist man die Biester mit großer Wahrscheinlichkeit schnell wieder los.
Mit der Reinigung von Gebrauchsgegenständen wie Bettzeug, Kuscheltieren und ähnlichem sollte man nicht zu großen Aufwand betreiben, denn eine Übertragung von Kopf zu Kopf ist am wahrscheinlichsten. Wer ganz sicher sein will, kann die Bettwäsche der Betroffenen bei 60 Grad waschen und nicht waschbare Gebrauchsgegenstände für zwei Tage in die Tiefkühltruhe legen.
Läuse haben ein naturgemäßes ‘Interesse’ da­ran, ihren Wirt nicht zu verlassen, deshalb ist eine Übertragung durch Mützen oder andere Kleidungsstücke eher unwahrscheinlich. Ein Absaugen von Polstern oder Sofas ist ausreichend; eine hysterische Großreinigung des gesamten Haushaltes nicht angebracht. Bürsten und Kämme hingegen sollten mit heißem Wasser gründlich gereinigt werden. Spätestens nach 55 Stunden ohne Nahrung sterben Kopfläuse ab.
Wie bereits erwähnt, bringen vor allem Kinder Kopfläuse aus ihren Betreuungseinrichtungen mit nach Hause. Wichtig ist deshalb, alle Familienmitglieder auf Läuse zu kontrollieren und gegebenenfalls zu behandeln. Wer betroffen ist, sollte sofort Lehrer und Erzieher darüber informieren und auch gegenüber Eltern befreundeter Kinder nicht hinter dem Berg halten. Läuse können nur gemeinsam bekämpft werden. Wer schamhaft im stillen Kämmerlein über die Pedikulose hinweggeht, leistet keinen Beitrag, den Ansteckungskreislauf zu unterbrechen. Wer das Thema hingegen offen anspricht, wird überrascht sein, wieviele Familien von diesem Problem bereits betroffen waren oder sind.                                

Susanne Schmidt

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