22.06.2018

Zentralverband

Aufwärtstrend

Die Friseure in Deutschland profitieren von der hohen Konsumfreude der Verbraucher. Der Zentralverband liefert Zahlen und Fakten.

Die privaten Konsumausgaben bleiben der stärkste Wachstumsmotor der deutschen Wirtschaft. Von der hohen Konsumfreude der Verbraucher profitieren die Friseure in Deutschland: Für eine umfassende Beratung, individuelle Styles und einen perfekten Farbservice investieren die Kunden verstärkt ihr Geld. Vielseitige Friseurdienstleistungen sind gefragt, und die Branche verzeichnet erneut ein starkes Umsatzplus.


Positiver Konjunkturkurs

Mit einem Umsatzwachstum von 3,1% setzt sich der konjunkturelle Aufwärtstrend im Friseurhandwerk fort. Die aktuellen Umsatzstatistiken belegen, dass die 80.769 Salons in Deutschland, davon 9.971 Filialbetriebe, über 6,8 Milliarden € (Stand 2016) erwirtschafteten. Grund für die positive konjunkturelle Entwicklung der Friseurbranche ist die gesteigerte Nachfrage der Verbraucher nach vielseitigen Friseurdienstleistungen. Die eigene Schönheit steht hoch im Kurs, und vor allem beim Thema Haare und Aussehen vertrauen Konsumenten auf die Kompetenz der rund 200.000 Schönheitsexperten in Deutschland. Der Friseurbesuch mit speziellen Pflegemitteln und umfassenden Beauty-Anwendungen hat Entspannungscharakter und ist eine wohltuende Auszeit vom Alltag, für die Verbraucher verstärkt gewillt sind, ihr Geld auszugeben. Die positive Preisentwicklung mit 2,1% Preissteigerung im Jahr 2017 belegt auch der EVA-Dienstleistungscheck von Wella. Frauen planen demnach den Friseurbesuch mehr als fünf Mal im Jahr fest ein und geben damit im Durchschnitt rund 48,- € (Stand 2016) pro Besuch aus. Klarer Trend in den Salons: Auch 2017 fragen knapp 50% der Frauen Farbveränderungen nach. Männliche Kunden sitzen durchschnittlich fast acht Mal im Jahr im Friseurstuhl und investieren im Schnitt mehr als 19,- € pro Besuch (Stand 2016).


Zahl der Betriebe konstant
Die Zahl der Friseurbetriebe in Deutschland bleibt konstant: bei 80.769 Salons. Mit Blick auf 2016 ist die Anzahl der Betriebe damit nur um 0,1% angestiegen. Dabei gewinnen umsatzstärkere Unternehmen immer mehr an Bedeutung. Ihre Zahl ist um 1,2% gestiegen, während die Anzahl der Filialen einen Rückgang von 0,3% verzeichnete.

 
Kleinbetriebliche Struktur
Im Jahr 2015 haben knapp 68% aller mehrwertsteuerpflichtigen Friseurunternehmen weniger als fünf Mitarbeiter beschäftigt. Rund 25% der Unternehmen und damit 2% mehr, verglichen zum Vorjahr, hatten zwischen fünf und neun Beschäftigte. Nur 0,3% aller Friseur-
unternehmen hatten mehr als 50 Mitarbeiter. Die große Mehrheit der Unternehmen im Friseurhandwerk bleibt somit kleinbetrieblich strukturiert. Obwohl der expansive Gründungsboom vergangener Jahre nahezu beendet ist, bleibt die Situation in der Branche angespannt. Grund dafür ist die große Masse der sog. Kleinstselbstständigen. Diese beschäftigen keine Mitarbeiter, bilden keinen Nachwuchs aus und können dabei zugleich unterhalb eines Jahresumsatzes von 17.500,- € mehrwertsteuerfrei – das heißt mit einem deutlichen Kostenvorteil von 19% – und damit konkurrenzlos günstig am Friseurmarkt agieren. Der Zentralverband schätzt die Zahl der Mikrobetriebe auf mittlerweile rund 25.000, Tendenz steigend.


Beschäftigungsrückgang
Der Trend zu Mikrobetrieben hat im Friseurhandwerk in den vergangenen Jahren zu einem fortwährenden Abbau der Beschäftigung geführt. Auch im Jahr 2017 setzt sich, mit einem Rückgang von 1,4%, dieser Trend fort. Die Situation am Arbeitsmarkt ist weiterhin von einem wachsenden Bedarf an qualifizierten Fachkräften geprägt, in der Hauptsache verursacht durch den demografischen Wandel.


Ausbildungssektor

Im Friseurhandwerk haben 2017 10.214 Menschen eine Ausbildung begonnen, was einem Rückgang von 4,3% entspricht. Mit insgesamt 22.010 Auszubildenden in 2017 zählt das Friseurhandwerk aber weiterhin zu einer der ausbildungsstärksten Branchen in Deutschland, trotz eines Rückgangs von 1,9% im Vergleich zum Vorjahr. Der Negativtrend des Ausbildungssektors ist jedoch nur zum Teil demografiebedingt und dem Trend junger Menschen, sich verstärkt in Richtung Abitur und Studium zu orientieren, geschuldet. Ursache ist auch, dass Betriebe ihre Ausbildungsaktivitäten zunehmend reduzieren oder ganz aufgeben.
Bei den Zahlen der Neuverträge sticht besonders hervor, dass sich immer mehr Männer für den Friseurberuf entscheiden. Waren es 2016 bereits 1.839 Neuverträge männlicher Auszubildender, sind es 2017 schon 2.190. Dieser beachtliche Anstieg von 19,1% zeigt, dass die Themen Beauty und Haarpflege auch für Männer immer wichtiger werden. Dennoch: Knapp 82% der 22.010 Auszubildenden im Friseurhandwerk sind weiblich. Insgesamt rangiert der Friseurberuf, gemessen an der Zahl der Neuverträge, weiterhin auf dem 4. Platz der beliebtesten Ausbildungsberufe. Grundsätzlich beabsichtigt der  Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks (ZV), mit einer modernen Tarifpolitik und dem Ausbau von Aufstiegschancen die Attraktivität des Friseurberufs in Zukunft weiter zu stärken. Das Friseurhandwerk bildet seit vielen Jahren eine überdurchschnittliche Anzahl von Menschen mit Migrationshintergrund aus. In 2016 machte dieser Anteil unter den Auszubildenden 20,1% im Friseurhandwerk aus. Im Hinblick auf die aktive Mitarbeit bei der Flüchtlingsintegration wird die Friseurbranche auch zukünftig Menschen mit Migrationshintergrund einen beruflichen Einstieg bieten können.


Ausblick
Den jüngsten Prognosen zufolge wird auch im laufenden Jahr 2018 eine Fortsetzung der konkunkturellen Belebung der deutschen Wirtschaft erwartet.

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