13.08.2019

Lorenz-Seminare GmbH

Team ist nicht gleich Team

Ein Team zu bilden, zu entwickeln und erfolgreich zu leiten, gehört zur Kernkompetenz in Führungsaufgaben. Doch ist Team gleich Team? Karl Heinz Lorenz erklärt, worauf es ankommt.

Karl Heinz Lorenz ist Diplom Betriebswirt, Kommunikationstrainer und Geschäftsführer bei Lorenz-Seminare GmbH.

Rahmenbedingungen, Ziele und Zusammensetzungen können sehr unterschiedlich sein. Individualität ist heute einer der Megatrends überhaupt. Individuelle Maßnahmen sind angesagt, um Teams zu einer hohen Performance zu führen.

Review: Gruppendynamik als Grundlage

Fast immer können wir vier Phasen, vier Entwicklungsstufen (vgl. 'Teamuhr' von Bruce Tuckman) nacheinander beobachten. In der ersten Stufe ('Forming') verhalten sich die meisten Teams eher zurückhaltend und suchen Orientierung. Führung besteht in dieser ersten Phase vor allem in einer guten Information aller Beteiligten. Es werden die Rahmenbedingungen vorgestellt, Ziele, Beteiligte, Werkzeuge einfach alles, was allen eine rasche, grobe Übersicht ermöglicht. Fragen und Antworten bestimmen hier den Dialog. Klarheit und Einfachheit sind Trumpf.
Ist diese Übersicht hergestellt, dann steht die zweite Phase ('Storming') an. Das Team setzt sich mit den Gegebenheiten auseinander, diskutiert, kämpft um Konzepte, Vorgehensweisen und Positionen. In der Führung ist nun Moderation angesagt. Wichtig ist, dass Konzepte, Meinungen, Ideen auf den Tisch kommen und Kontroversen ermöglicht werden.
Sind diese Dinge diskutiert, steht die Einigung ('Norming') im Team an. Ziele, Spielregeln und Positionen müssen zusammengeführt werden.
Je besser dies gelingt, desto höher der Erfolg der vierten Phase ('Performing').

Leistung entfesseln

Diese vierte Stufe der Teamentwicklung ist das eigentliche Ziel des Prozesses. Hier arbeitet und wirkt das Team zusammen und konzentriert sich ganz auf die Erreichung der gemeinsamen Ziele. Je mehr das Team hier in einen Flow-Zustand (engl. Fließen, Rinnen, Strömen), auf Deutsch in etwa Schaffens- bzw. Tätigkeitsrausch, kommt und möglichst lange bleibt – desto höher die Teamleistung. 

Differenzierung ist angesagt 

Teams unterscheiden sich in der Performancephase sehr stark durch ihre Ziele und die dazugehörige Zusammensetzung. Grob betrachtet können wir drei häufige Teamformen und eine spezielle Sonderform ausmachen. Jede wird im Idealfall etwas anders geführt, gefordert und gefördert.

Homogene Teams haben wir dann, wenn mehr oder weniger alle im Team Tätigkeiten wahrnehmen, Arbeitsplätze nutzen, Positionen einnehmen, die alle sehr vergleichbar oder sogar mehr oder weniger identisch sind.

Bei komplementären Teams nehmen die Mitglieder unterschiedliche Aufgaben wahr und Positionen ein. Sie ergänzen sich im Idealfall mit ihren Stärken und decken damit das komplett benötigte Leistungsprofil ab.

Sobald der Schwerpunkt der Ziele im gestaltenden Bereich liegt, sprechen wir von Kreativteams. Diese benötigen unbedingt Freiräume für neue Ideen, alternative Herangehensweisen, Kontroversen, Zeit für Diskussionen, die Akzeptanz für Sowohl-als-auch-Lösungen und nicht nur für ein Entweder-oder. Die geeignete Führung von Kreativteams erfolgt dann eher in Form einer Moderation als in strikten Anweisungen. 

Sonderform Tatort-Team

Die Form der Teamorganisation und deren Rahmenbedingungen sind Wegweiser und Stimulatoren der Teamarbeit. Das Ziel selbst ist die pure Motivation und schweißt alle Beteiligten fast automatisch zusammen. Es sind keine Diskussionen über Randbedingungen hilfreich, sondern lediglich das Vorwärtskommen des Arbeitsprozesses. Jeder Beteiligte hängt sich voll und ganz rein, vertraut auf seine Stärken, nutzt diese auch über die üblichen Belastungsgrenzen hinaus. Diese Form der Teamorganisation im wirtschaftlichen Geschehen ist zeitlich begrenzt und ausschließlich besonderen Aufgabenstellungen, Ausnahmesituationen, gleichzeitig dringlichen wie wichtigen Zielen vorbehalten. Bei dieser Arbeitsform dürfen die üblichen, im sonstigen Alltag wichtigen Spielregeln schon mal außer Acht gelassen werden, und ungewöhnliche Ideen und Wege sind beinahe Pflicht. Um den Leistungspegel des Teams auch langfristig zu halten bzw. positiv zu entwickeln, ist ein unmittelbares Leistungsfeedback für alle notwendig. Dabei wird klar, wo die Stärken und Schwächen liegen und wie das Teamprofil sich entwickelt. Darüber hinaus sorgt dies für Spannung, interessante Erkenntnisse, Teamgeist und eine wachsende Bindung untereinander.

Karl Heinz Lorenz, Diplom Betriebswirt (DH), Kommunikationstrainer und Geschäftsführer bei Lorenz-Seminare GmbH, Weidenthal

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