08.08.2019

Friseurinnung Düsseldorf / Der faire Salon

Friseure müssen zusammenrücken!

Gemeinsam mit der Wertegemeinschaft 'Der faire Salon' startete die FI Düsseldorf eine Kampagne, um die Problematiken innerhalb des Friseurhandwerks anzugehen.

Die Initiatoren stellen die Situation wie folgt dar: In den vergangenen hundert Jahren hatte das Friseurhandwerk kaum solch rosige Zukunftsaussichten wie heute zu verzeichnen und stand doch so selten am Abgrund wie momentan. Die nächsten Jahre werden aufzeigen, ob Friseure mit Liebe zu ihrem Handwerk und den Menschen noch ein Fortbestehen auf dem Berufsmarkt haben oder ob Kettenbetriebe und Discounter mit ihren günstigen Dienstleistungen den Kundenstamm für sich gewinnen können. Friseurhandwerk bedeutet heutzutage nicht nur Haare schneiden. Der Megatrend heißt nun Gesundheit, Wellness und Wohlbefinden; die Umsätze steigen. Die Kehrseite der Geschichte ist jedoch ein immer ernster werdender Verdrängungswettbewerb, der es dem einzelnen Salon auf dem Markt sehr schwer macht.

Deshalb ruft Monika Schmitter, Obermeisterin der Düsseldorfer Friseurinnung nun deutsche Friseure auf, diesem Konflikt entgegenzutreten. Die bestehenden Problematiken sollen nicht nur aufgezeigt, sondern öffentlich gemacht werden, um die Verantwortlichen endlich wachzurütteln. Das dringlichste Problem stellt der enorme Personalmangel dar. Inzwischen müssen Betriebe schließen, da sie kein Personal mehr finden. Und doch gibt es laut Statistik der Bundesagentur für Arbeit genügend arbeitslose und arbeitssuchende Menschen (Stand: 01.07.2019). Die Arbeitsagentur fordert diese dazu auf, sich zu bewerben, bislang ohne ersichtlichen Erfolg. 

Erschwerend kommt hinzu, dass jeder vierte Friseurbetrieb, die Rede ist vom Bundesdurchschnitt, von der Umsatzsteuer befreit ist (bspw. 32% in NRW). Es wird angegeben, einen Jahresumsatz von weniger als 17.500,-€ erwirtschaftet zu haben. Die Kontrollen zu den Angaben bleiben jedoch aus. Die Salons sparen sich 19% der Einnahmen, zahlen aufgrund dessen weniger Sozialversicherungsabgaben, seltener Einkommenssteuer und erhalten oft Bezuschussungen vom Staat. Dies wiederum macht sich in der Preisgestaltung bemerkbar. Friseure setzen niedrige Preise an, es entsteht eine komplette Wettbewerbsverzerrung. Abzüglich ihrer monatlichen Kosten erhielten Kleinstunternehmer unter diesen Umständen ein deutlich geringeres Einkommen als Kollegen in Anstellung. Wie kann dies sein? 

Weiter ist zu verzeichnen, dass 50% der Friseursalons mit Ausnahmegenehmigungen betrieben werden. Die Meisterpflicht im Friseurhandwerk ist gesetzt, Ausnahmen müssen nach EU-Recht für Teilbereiche jedoch möglich sein. So darf ein Barbier beispielsweise nur Bart- und kein Kopfhaar schneiden. Ob diese Regelungen eingehalten werden, wird allerdings nicht kontrolliert. Es kursieren also immer mehr neue, fragwürdige Modelle für Ausnahmen auf dem deutschen Friseurmarkt. In Summe gibt es nun fast doppelt so viele Betriebsstätten wie bislang, und das bei steigender Bevölkerungsdichte, woraus wiederum resultiert, dass Salons mit deutlich weniger Kunden und Umsatz rechnen müssen. 

Die Bildungspolitik legt dem Friseur noch zusätzlich Steine in den Weg. Schule als auch Berufsberatung haben ein veraltetes Berufsbild vom Friseurhandwerk. Jedoch sollte ein schwacher Schulabgänger nicht als prädestiniert für diesen Berufszweig angesehen werden, da die beratende Funktion des Menschen sowie die erforderlichen kaufmännischen Kenntnisse und Fähigkeiten einiges abverlangen. Ein weiteres Problem stellen die häufigen Unterrichtsausfälle dar, die dadurch versäumten Lerninhalte und das Nichtbestehen von Prüfungsleistungen der Auszubildenden.

"Seit Jahren läuft hier zu viel verkehrt, und es erfordert Änderungen!" bekundet Rene Krombholz, Initiator von 'Der faire Salon'. Und auch Monika Schmitter, Obermeisterin der Friseurinnung Düsseldorf, reicht es. Die Kampagne zwischen der Wertegemeinschaft und der Innung für einen fairen Wettbewerb für das Friseurhandwerk kann hier durch Ihre Stimme unterstützt werden! 

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