13.12.2019

Baden-Württembergischer Handwerkstag

Meisterpflicht

Der Bundestag hat abschließend die Wiedereinführung der Meisterpflicht für 12 Gewerke beschlossen. Der BWHT begrüßt diese Entscheidung uneingeschränkt.

Illustration: BWHT

Landeshandwerkspräsident Rainer Reichhold verspricht: "Es ist eine gute Entscheidung für die Zukunft des Handwerks. Die Abschaffung der Meisterpflicht für über 50 Gewerke durch die frühere rot-grüne Bundesregierung hat zu weniger Qualität, mehr Betriebsschließungen und weniger Fachkräften geführt. Dies hat dem Image und der Identität des gesamten Handwerks geschadet. Deshalb ist es richtig, dass die heutige Bundesregierung diesen Fehler nun korrigiert. Durch den vereinbarten Bestandsschutz muss sich kein bereits existierender Betrieb Sorgen machen."

Drei Gründe sprechen für diese Entscheidung. 95% der Lehrlinge im deutschen Handwerk werden in Meisterbetrieben oder Betrieben mit gleichwertig qualifizierten Betriebsleitern ausgebildet. Meisterbetriebe leisten aber nicht nur einen entscheidenden Beitrag zur Aus- und Weiterbildung, sondern schaffen auch eine Qualifikation, von der insbesondere junge Menschen perspektivisch und beruflich nachhaltig profitieren. 

Ein weiterer entscheidender Faktor ist der Qualitätsmaßstab. Reichhold merkt an: "Wohl niemand würde sich von einem Arzt operieren lassen, der die entsprechende fachliche Qualifikation nicht hat. Gleiches sollte auch für handwerkliche Leistungen gelten. Der Meister steht für einen hohen Qualitätsanspruch, dafür ist er weit über Deutschlands Grenzen hinaus bekannt und geschätzt. Er ist zudem gelebter Verbraucherschutz." Mehr als 40% der zulassungsfreien Betriebe sind sogenannte Solo-Selbstständige, die im Gegensatz zu Meisterbetrieben eine deutlich geringere Halbwertszeit am Markt haben. Für Solo-Selbstständige gibt es keine Gewährleistung mehr auf erbrachte Leistungen, sobald ein Betrieb schließen muss.

Reichhold hält auch die Wiedereinführung des verpflichtenden Meisterbriefs aus Wettbewerbssicht für sinnvoll: "Wer als Einzelkämpfer einen Betrieb führt, muss keine Mitarbeiter bezahlen, bildet keinen Nachwuchs aus. Natürlich kann derjenige anders kalkulieren und Niedrig-, oft sogar Tiefstpreise anbieten. Das aber geht zu Lasten der Betriebe, die Arbeits- und Ausbildungsplätze geschaffen haben und zur Sicherung des Wohlstands unserer Gesellschaft beitragen."

Die Wiedereinführung der Meisterpflicht für zunächst 12 Gewerke ist für den Landeshandwerkspräsidenten unabdingbar: "Richtig ist aber die Festschreibung einer Evaluierung nach fünf Jahren. Wenn sich dann zeigt, dass die Ausweitung der Meisterpflicht zu Verbesserungen geführt hat, können weitere Gewerke beantragen, wieder zurückgeführt zu werden. Und dass die Ausweitung der Meisterpflicht eine Entscheidung pro Zukunft ist - davon sind wir fest überzeugt."

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