02.05.2018

ZV

Der Meisterbrief bleibt

'Handwerksrechtliches Befähigungsprinzip' und 'Reglementierung des Berufszugangs' bleiben Angelegenheiten der EU-Mitgliedsstaaten.

ZV-Präsident Harald Esser begrüßt die EU-Entscheidung, die den Meistertitel als Berufszugangsregelung fortbestehen lässt. FOTO: ZV

Der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks (ZV) gibt bekannt: Es bleibt dabei - der nationale Gesetzgeber muss entscheiden, ob und wie ein Beruf reglementiert wird. Damit ist die Befürchtung, der Meisterbrief könne als Berufszugangsregulierung fallen und es damit möglich werden, ohne ausreichende Qualifikation einen Salon in Deutschland zu eröffnen, erstmal vom Tisch.

Unter dem Begriff 'Verhältnismäßigkeitsprüfung von Berufszugangsregelungen' versuche die EU-Kommission immer wieder, den EU-Binnenmarkt, aber auch Berufszugangsregelungen und zertifizierte Qualifikationsvoraussetzungen zu deregulieren, heißt es in der Pressemitteilung des ZV. Aufgrund der Einigung von Europäischem Parlament und Ministerrat zur Verhältnismäßigkeitsprüfung kann nun aber künftig weiterhin der nationale Gesetzgeber entscheiden, ob und wie ein Beruf reglementiert wird. Die erforderlichen Bedingungen, um einen bestimmten Beruf ergreifen zu können, sind im dualen System Deutschlands mit dem Ausbildungssystem und dem Meister als Ausübungsvoraussetzung verbunden. Die Regulierungen zum Berufszugang stünden zu Unrecht in der Kritik, so der Verband:

"Schon seit vielen Jahren gibt es europäische Regelungen zur Anerkennung von Berufsqualifikationen, die die grenzüberschreitende Mobilität sichern. Zudem befindet sich Deutschland mit Blick auf Berufszugangsregulierungen im europäischen Vergleich noch nicht einmal im Mittelfeld. Während es in Deutschland 149 zulassungspflichtige Berufe gibt, liegt der Durchschnitt der EU/EFTA-Staaten bei 198. Großbritannien hat das Thema jahrelang getrieben, obwohl das Land mit 216 Berufszugangsregulierungen selbst wesentlich mehr als Deutschland hat."

ZV-Präsident Harald Esser begrüßt diese wichtige Grundentscheidung zum Fortbestand der Meisterqualifikation in Deutschland: "Wir weisen die Versuche der EU-Kommission, unter dem Mantel der Binnenmarktregulierung unser bewährtes Qualifikationssystem im Handwerk zu deregulieren, entschieden zurück. Die damit verbundenen Absenkungen der Qualitätsstandards in der Berufsausbildung und in unserem Qualifikationssystem sind abzulehnen und müssen weiterhin aktiv abgewehrt werden. Natürlich müssen wir die weitere Entwicklung sehr genau beobachten, um sicherzustellen, dass das im EU-Parlament gefundene Ergebnis auch in der Praxis nicht durch neue Richtlinien oder Initiativen der EU-Kommission konterkariert wird."

Zurück zur Übersicht
Share |

Medienpartner

SUCHE

Hier teilnehmen und gewinnen!

GW Cosmetics verlost drei Mal den RefectoCil Lash & Brow Booster 2 in 1.


Termine

13. - 15. Oktober 2018
Salon International

14. Oktober 2018
Herbst-Verbandstag FFK Baden-Württemberg

21. - 22. Oktober 2018
HAARE 2018


 alle Termine anzeigen